Entfernungsarten

Ultrakurzes Laserlicht in diversen Wellenlängen wird für eine narbenfreie Tattooentfernung benötigt

Normalerweise sollte uns als Tattoostudio die Entfernung von Tätowierungen nicht weiter interessieren, weil wir ja genau genommen ‚zur anderen Seite‘ der Medaille gehören. Nur muss man aber leider zugeben, dass sich so mancher Mensch in seinem Leben recht unlustige Errungenschaften an Hautillustrationen verpassen lassen hat, was bei einigen zuweilen sogar zu psychischen Problemen geführt haben soll.
Nicht immer sind die Ergebnisse mancher Tätowierer so geworden, wie der Kunde sich diese erhofft hatte oder manch einer muss auch noch so einiges aus ganz früheren Tagen mit sich herumtragen, was nicht oft für übergroße Freude sorgt. Daher ist das Problem mit der Möglichkeit einer dauerhaften Entfernung von Tätowierungen auch für uns nicht vom Tisch zu weisen.
Es ist leider nicht immer möglich, zufriedenstellend alte Bilder mit einem Cover Up zu versehen (das heißt mit einer neuen Tätowierung zu überdecken), da die alten ‚Tattoosünden‘ oft sehr dunkel und massiv gestochen worden sind.

Nun gibt es in solchen Fällen verschiedene Möglichkeiten für eine dauerhafte Entfernung von Tätowierungen, auf die wir hier etwas näher eingehen wollen und/oder auch die Variante, sich alte Tätowierungen so ‚aufzuhellen‘, um danach einfacher andere und schönere Motive darüber tätowieren zu können.

Geschichte der Tattooentfernung

Tattooentfernungen gibt es wohl schon so lange in der Menschheitsgeschichte, wie es unliebsame Tätowierungen gibt. Religionswechsel und ähnliche Gründe können da schnell zu Problemen mit dem alten Bild geführt haben. Auch Kennzeichnungen aus Straflagern sollten nach Verbüßung der Strafe oft schnell wieder verschwinden. Also wurde die Haut mit Hobeln abgeschliffen, mit Messern abgeschält und mit chemischen Tinkturen verätzt. Immer nach der Prämisse: Die Tätowierung muss weg, egal wie schlimm die zurück gebliebene Narbe aussah.
Ein griechischer Arzt, so berichtete das  Tätowiermagazin 1996, beschrieb im Jahre 54 unserer Zeitrechnung die Zusammensetzung einer Paste aus Knoblauchzwiebeln und Kantharidin, die auf die betreffende Hautstelle aufgetragen zum Absterben des Hautgewebes geführt haben soll.
Was das für heftige Narben hinterlassen hat, möchte man sich dabei gar nicht vorstellen müssen.
Da hat sich Jahrhunderte lang auch nicht unbedingt etwas geändert: Methoden wie die chirurgische Entfernung, Kryo- oder Elektrochirurgie, Dermabrasio und Salabrasio sowie die Verätzung der betroffenen Hautareale zur Entfernung unliebsamer Hautbilder hielten sich wacker und werden sogar heute noch praktiziert.
Die Japaner haben eine Methode entwickelt, die mit zu den chirurgischen Eingriffen zählt: Da sich in der Epidermis der Haut keine Pigmente befinden, wird diese nach der Entfernung der darunter liegenden Dermis wieder auf die Hautstelle aufgesetzt. Die Trennung der beiden Gewebeschichten erfolgt im Labor unter zu Hilfenahme von Enzymen.
Eine recht aufwendige Methode, die sich daher auch nicht unbedingt durchgesetzt hat.
Immer wieder werden angeblich sichere, schmerz- und narbenfreie Methoden zur Tattooentfernung erfunden und entwickelt. Tinkturen, die in die Haut eingebracht werden, Geschichten mit Strom und so weiter und so fort. Ein nicht enden wollendes Sammelsurium an Gerätschaften und Flüssigkeiten, von denen mir kein wirklich zufriedenstellendes Resultat bekannt ist. Alle diese Verfahren, wie auch Behandlungsversuche mit Dauerstrichlasern (Argon- oder CO2-Laser) bergen grundsätzlich die Gefahr der Ausbildung von zum Teil großflächigen Narben, aber auch von Hyper- oder Hypopigmentierungen und man sollte wirklich die Hände davon lassen.
Vor 30 bis 40 Jahren kam nämlich im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins dunkle Geschehen und der Rubinlaser wurde bereits zur Entfernung von Tätowierungen eingesetzt.
Dabei stand der Vorteil der narbenfreien Behandlung pigmenttragender Zellen durch das Prinzip der selektiven Photothermolyse im Vordergrund. Rotes Licht der Wellenlänge 694 nm wurde sowohl von pigmentreichen natürlichen Strukturen, den Melanosomen, als auch von dunklen Farbpigmenten absorbiert. Diese wurden dadurch bei einer Impulsdauer von 25 bzw. 40 ns selektiv erhitzt und zersprengt. Die zerkleinerten Pigmente wurden dann von den menschlichen Lymphbahnen abtransportiert und über den Harnkanal ausgeschieden.

Die Tattooentfernung ist damit in eine neue medizinische Ebene mit zufriedenstellenden Resultaten vorgedrungen.

Tattooentfernung durch High-Tech Lasertechnologie

text folgt…