FAQ zum Thema Piercing

Die meist gestellten Fragen & die häufigsten Fehler rund ums Piercing

Woran erkenne ich ein Piercing-Studio, welches die Hygiene-Standards erfüllt?

– Es wird in einem separaten Raum gepierct, der nur zu diesem Zweck genutzt wird.
– Dieser Raum ist sauber, gepflegt und es befinden sich dort nur Geräte und Utensilien, die beim Piercen verwendet werden.
– Das Studio besitzt einen Autoklaven zur Sterilisation.
– Die Piercingutensilien sind steril verpackt (Einwegverpackungen), es werden Einwegnadeln verwendet.
– Der Piercer verwendet bei jedem Kontakt mit dem Kunden Einweghandschuhe.
– Bei einem frischen Piercing wird nur steriler Schmuck verwendet, welcher in sterilen Einwegverpackungen aufbewahrt wird.
– Vor dem Kontakt mit dem Kunden wäscht und sterilisiert sich der Piercer die Hände.
– Bei Gesichts- und Zungenpiercings trägt der Piercer eine (Einweg-) Schutzmaske.

Wie soll ich mich auf ein Piercing vorbereiten?

Einen Tag vorher darfst du keinen Alkohol trinken und keine Drogen nehmen. Du solltest ausgeschlafen sein und vor dem Piercingtermin etwas essen.
Wenn du nicht volljährig bist, brauchst Du eine ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis deiner Eltern oder des Erziehungsberechtigten mit Datum und Unterschrift und zusätzlich eine Kopie seines/ ihres Personalausweises.

Was darf ich nicht mit dem Piercing tun?

– Du darfst eine frische Piercingstelle nicht mit dreckigen Händen anfassen.
– Jeglichen Kontakt mit dreckigem Wasser, Dampf oder Staub solltest du vermeiden.
– Nach dem Piercen musst du einen Monat lang auf Sauna, Frei- und Hallenbäder verzichten.
– Du musst nach einem Piercing im Mundbereich 7 Tage lang Diät halten: keine Süßigkeiten, keine Milchprodukte, keinen starken Kaffee oder Tee, keinen Alkohol und keine Zigaretten. In dieser Zeit ist auch Oralsex zu vermeiden.
– Solange die Piercingstelle nicht verheilt ist, darfst du den eingesetzten Schmuck nicht entfernen.
– Vergiß nicht, die Piercingstelle regulär zu waschen.

Wie lange heilt ein Piercing?

Fast alle Piercings benötigen eine lange Zeit, um vollständig zu verheilen. Oft dauert es zwischen einigen Monaten und einem Jahr. Eine gesunde Lebensart fördert schnelleres Heilen. Das heißt, wenn du dich gesund ernährst, auf Alkohol und Drogen verzichtest und dein Piercing pflegst, heilt es schneller. Du musst aufpassen, dass du die Piercingstelle nicht verletzt.

Allgemeine (circa) Abheilzeiten

Lobe (Ohrläppchen) 4 Wochen
Cartilage (überall wo Knorpel ist) 3 – 6 Monate
Augenbraue 4 – 8 Wochen
Nostril 4 Wochen
Septum 2 – 3 Monate
Zunge 3 – 4 Wochen
Unterlippe 4 Wochen
Lippenbändchen 1 – 2 Wochen
Brustwarze 2 – 6 Monate
Bauchnabel 3 – 6 Monate
Frenum 3 – 4 Wochen
Hafada 6-8 Wochen
Klitorisvorhaut 2 – 4 Wochen
Äußere Schamlippen 6 – 8 Wochen

Auf die Dauer des Heilungsprozesses haben auch die Art des verwendeten Schmuckes, Häufigkeit und Gründlichkeit der Pflege und die Art, der dazu verwendeten Mittel Einfluss.

Darf ich mit dem frischen Piercing schwimmen gehen?

Ein frisches Piercing muß, bis es ganz verheilt ist, absolut sauber gehalten werden. Solange es auch nur ein bißchen eitert, sollest du Frei- und Hallenbäder meiden: Infektionsgefahr!
Wenn du aufs Schwimmen nicht verzichten kannst (z.B. als Profischwimmer), benutze wasserdichte Pflaster und desinfiziere die Piercingstelle nach jedem Schwimmen.
Mit einem Zungen- oder Lippenbändchenpiercing darfst du schwimmen, solange kein Wasser in den Mund eindringt.

Wann darf ich mich nicht piercen lassen?

– Wenn du unter Einfluss von Alkohol oder Drogen stehst.
– Wenn du noch nicht 16 Jahre alt bist.
– Wenn du noch nicht 18 Jahre alt bist und keine Erlaubnis deiner Eltern besitzt (siehe Punkt 2).
– Wenn du an einer Krankheit leidest, bei der das Durchstechen der Haut gesundheitsgefährdend oder lebensgefährlich sein könnte (Bluterkrankheit, AIDS).

Warum ist das Durchstechen mit einer Piercingpistole ungeeignet?

Jedes Durchstechen schafft eine offene Wunde und ist mit einem Infektionsrisiko verbunden. Deswegen müssen Piercinggeräte und –utensilien steril sein. Piercingpistolen, mit denen manchmal in Schmuckgeschäften Ohren durchstochen werden, sind keine sterilen Einwegutensilien (wie z.B. Piercing-Nadeln) und werden vor dem Gebrauch nicht sterilisiert. Das heißt, dass der Gebrauch von Piercingpistolen immer mit einem Infektionsrisiko verbunden ist.
Ein weiteres Problem ist der falsche Einsatz der Piercingpistolen: sie sind ausschließlich zum Durchstechen der Ohrläppchen gedacht und zu anderen Arbeiten ungeeignet; die Stecker, mit denen „geschossen“ wird, sind zu stumpf und zu kurz, um andere Körperteile zu durchstechen.

Ist das Piercen schmerzhaft?

Unsere Haut ist ein empfindliches Organ und als Organ des Tastsinnes muß sie auch empfindlich sein. Eine Piercingnadel trifft auf ihrem Weg durch die Haut auf Äderchen und Nerven, die sie verletzt und verursacht so den Schmerz.
Man kann diesen Schmerz lindern, indem man eine örtliche Betäubung anwendet (z.B. Lidocain- oder Ice-Spray). Völlig ausschalten läßt er sich allerdings nicht.

Kann ich mit einem Brustwarzenpiercing noch stillen?

Ein gut verheiltes Brustwarzenpiercing schafft während der Stillzeit keine Probleme. Die kann es aber bei nicht vollständig geheilten  Piercings geben.
Dem Kind zuliebe können (und sollten) Ringe und Stecker während des Stillens aus den Brustwarzen entfernt werden: sie könnten das Kind stören und die Schleimhaut in seinem Mund reizen oder verletzen. Nach dem Stillen kann der Schmuck wieder eingesetzt werden. Es sollte dabei beachtet werden, dass die Brustwarzen während der Schwangerschaft empfindlich werden und dass die Piercings diese Empfindlichkeit noch steigern.

Kann ich mit einem Intimpiercing Sex haben?

Frisch gestochene Intimpiercings müssen vor den Sekreten des Partners geschützt werden. Deswegen solltest du in den ersten Wochen nach dem Piercen auf Sex verzichten. Später (nach dem vollständigen Verheilen) sollten qualitativ hochwertige Kondome benutzt werden.